Frauen, 1. Mai, Tag der Arbeit

Yildirim: „Pandemie hat Arbeitssituation von Tirolerinnen dramatisch verschlechtert“

SPÖ-Frauen fordern Recht auf Arbeit mit Aktionswoche zum 1. Mai

„Ein Jahr Pandemie hat die Arbeitssituation von Frauen dramatisch verschlechtert. Das trifft insbesondere auf Tirol zu“, schildert SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim.

Die SPÖ-Frauen haben daher im Vorfeld des 1. Mai in ganz Österreich zu einer Aktionswoche unter dem Motto „Arbeit für ein selbstbestimmtes, gutes Leben“ aufgerufen. Im Mittelpunkt stehen die gerechte Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit, Arbeitszeitverkürzung, Aus- und Weiterbildung, Aufteilung der Hilfsgelder und die Erhöhung des Arbeitslosengeldes.
„Frauen in ganz Österreich fordern laut und deutlich ihr Recht auf Arbeit. Die Bundesregierung darf sich nicht länger taub stellen“, fordert Yildirim.

„Die Frauenarbeitslosigkeit in Tirol ist durch die Krise deutlich stärker angestiegen. Sowohl im Vergleich zum Rest Österreichs, als auch im Vergleich zu den Männern in Tirol. Zudem geht der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Frauen langsamer als bei den Männern“, verdeutlicht Yildirim die Brisanz.[1]

„Das liegt auch an der Aufgabenverteilung in den Familien. Frauen springen ein, wenn Kindergärten und Schulen schließen. Auch bei der Pflege der Angehörigen sind Frauen deutlich mehr gefordert. Laut einer Umfrage im Auftrag der SPÖ-Frauen sagen 9 von 10 Frauen, dass sie den Hauptteil der Mehrbelastungen tragen.“

Branchen, in denen der Frauenanteil hoch ist, wie Tourismus und Handel sind von der Krise besonders getroffen. Eine Perspektive sollen Umschulungen sowie Aus- und Weiterbildungen bieten. Davon müssen Frauen in Zukunft deutlich mehr als bisher profitieren.

Der Druck in der Arbeit nimmt weiter zu. Das ist eine große Gefahr für die Gesundheit. Der aktuelle Arbeitsklimaindex der Arbeiterkammer zeigt, dass Frauen im Job stärker unter der Pandemie leiden. 54 Prozent der befragten Frauen gaben an, trotz gesundheitlicher Probleme zu arbeiten. Bei Männern lag der Anteil bei 49 Prozent. Bereits in den ersten Monaten der Pandemie hat sich gezeigt, dass Frauen mit Kindern vermehrt gesundheitliche Probleme entwickelt haben.

 

Die SPÖ will rasch handeln, um Frauen zu stärken:

 

Arbeitszeitverkürzung

Die Arbeit muss neu und besser verteilt werden. Während Arbeitsplätze verloren gehen, steigt der Druck in vielen Berufen immer mehr. Das ist auch eine Gefahr für die Gesundheit. Die SPÖ schlägt ein Modell vor, das gut umsetzbar ist: Die Arbeitszeit wird um 20 Prozent verringert. Ein Drittel der Kosten wird vom Betrieb übernommen, ein Drittel vom AMS. MitarbeiterInnen, die sich dafür entscheiden bekommen 95 Prozent ihres ursprünglichen Nettogehaltes. Damit werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Frauen und Männer können die Arbeit gerechter teilen.

 

Arbeitsmarktpaket für Frauen

Der Umstieg in Branchen, in denen Arbeitskräfte gesucht werden, muss erleichtert werden. Die SPÖ fordert einen raschen Ausbau von regionalen Arbeitsstiftungen für Frauen und einen Frauenschwerpunkt bei Umschulungen und Weiterbildungen. Sinnvoll und effektiv sind für die Region maßgeschneiderte und geförderte Ausbildungsplätze. Um junge Frauen beim Berufseinstieg zu unterstützen, soll es in allen Bundesländern Berufszentren geben, die speziell auf die Bedürfnisse von Mädchen und jungen Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren zugeschnitten sind. Die BeraterInnen dieser Zentren sollen Mädchen aktiv kontaktieren, um sie bei der Ausbildung und beim Arbeitseinstieg zu unterstützen.

 

Corona-Hilfen für Frauen

Frauen sind von der Corona-Krise doppelt und dreifach betroffen. Besonders für Alleinerzieherinnen und ihre Kinder ist die Situation kritisch. Die SPÖ fordert ein Soforthilfepaket für Alleinerziehende, die Umsetzung der längst versprochenen Unterhaltsgarantie, eine aktuelle Kinderkostenanalyse. Bei der Vergabe der Hilfsgelder muss die Regierung endlich für Transparenz sorgen. Mindestens die Hälfte aus der Corona-Arbeitsstiftung und der AMS-Mittel muss Frauen zur Verfügung stehen.

 

Arbeitslosengeld erhöhen

Auch wenn sich einige Branchen schrittweise erholen, steigt die Zahl die Langzeitarbeitslosigkeit. Die SPÖ fordert seit langem eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent. Das ist dringend notwendig, um Armut zu verhindern. Bei der Erhöhung der Notstandshilfe hat im letzten Moment die Regierung dem Druck der SPÖ nachgegeben und die Frist auf Ende Juni 2021 verlängert. Danach muss die Frist weiter verlängert werden.

 

Recht auf Arbeit

Frauen brauchen ein Einkommen, von dem sie leben können. Das ist die Voraussetzung für ein unabhängiges Leben, frei von Gewalt.

Wir werden alles dafür tun, damit Frauen nicht weiter aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden.

[1] Laut AMS gab es im Februar 2021 im Vergleich zum Vorjahr bei den Tirolerinnen ein Plus von 289%, bei den Tirolern von 110% Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote in Tirol im März 2021 lag bei den Frauen bei 10,2%, bei den Männern bei 8,5%, das ist ein Minus im Vergleich zum Vorjahr von 17,8% bei den Frauen und 29,9% bei den Männern.