Gewaltschutz, Gewalt an Frauen, Femizid

Yildirim: „Femizide nur die Spitze des Eisbergs!“

Am Sonntag wurde bekannt, dass ein 29-Jähriger seine 25-Jährige Freundin in Oberösterreich tötete. „Hierbei handelt es sich um keinen Einzelfall. In Österreich wurden dieses Jahr bereits 22 Frauen ermordet. Jede von ihnen ist eine zu viel. Hier dürfen wir nicht wegschauen und zum Alltag übergehen“, stellt Selma Yildirim, Nationalrätin und Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Tirol, klar.
 
In Österreich ist statistisch gesehen jede fünfte Frau ab ihrem 15. Lebensjahr Opfer körperlicher und/oder sexueller Gewalt. Im Jahr 2019 wurden österreichweit insgesamt 8.748 Betretungsverbote von der Polizei verhängt. Während des ersten Lockdowns und danach stiegen die Anrufe bei der Frauenhelpline um 38% an, die Zahl der ausgesprochenen Betretungsverbote stieg ebenfalls. So waren es 2020 bereits im August 8.063.
 
„Die BundesministerInnen betitelten den Anstieg als ‚nicht signifikant‘ – das stimmt schlicht und einfach nicht. Wir sind hier mit einem realen Problem konfrontiert, das im schlimmsten Fall Menschenleben kostet. Morde an Frauen sind nur die Spitze des Eisbergs“, kritisiert Yildirim.
 
„Es ist schockierend, dass so viel passieren muss, damit Gewalt an Frauen ernstgenommen wird. Hier ist akuter Handlungsbedarf sowohl von Landes- als auch von Bundespolitik gefordert. Es muss in stärkeren Dialog mit ExpertInnen im Gewaltschutzbereich getreten werden, gemeinsam können Lösungen erarbeitet werden. Wir haben keine Zeit zu verlieren, es geht hier um Menschenleben“, so Yildirim abschließend.